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Gemeinschaftsgarten Diergardtstraße in Frohnhausen
Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Garten in Frohnhausen belebt eine ganze Nachbarschaft

WAZ 16.08.2021, 11:36

Der Gemeinschaftsgarten in Frohnhausen ist einer der ältesten in Essen. Warum es für die Menschen dort um viel mehr geht als pflanzen und ernten:
Auf einem kleinen Eck zwischen Mehrfamilienhäusern, Parkplatz und Straße pflegen in Frohnhausen einige Menschen ihr persönliches Idyll: Den Gemeinschaftsgarten Diergardtstraße. Wo sich bis 2013 ein Spielplatz befand, wachsen jetzt Obst, Gemüse, Kräuter und Stauden, Bienen summen und der Wind rauscht in den Blättern. Drei Generationen gärtnern hier gemeinsam, sie tauschen sich aus, unterstützen einander und nutzen ihr Netzwerk, um den Zusammenhalt im Stadtteil zu stärken. Es ist einer der ältesten von mittlerweile 18 Gemeinschaftsgärten in Essen.
„Bei uns kann wirklich jeder mitmachen, egal woher, wie alt, ob Mann oder Frau“, sagt Udo Seibert. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern des Gemeinschaftsgartens in Frohnhausen. Als klar war, dass das ehemalige Spielplatzgelände umgenutzt werden sollte, warf er Zettel in die Briefkästen der Nachbarschaft und warb um Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Er habe viel Skepsis geerntet, sagt er rückblickend, aber er brachte schließlich doch eine kleine Gruppe zusammen.

Udo Seibert ist Gründungsmitglied des Gemeinschaftsgartens in Frohnhausen. Jeden Mittwoch kommt er mit frisch gebrühtem Kaffee an die Diergardtstraße, dazukommen kann, wer mag.
Seitdem brüht Seibert jeden Mittwoch frischen Kaffee auf und kommt pünktlich um 15 Uhr in den Gemeinschaftsgarten, es kann dazukommen, wer mag, ob zum Gärtnern oder auf einen Plausch. Dass es hier so grün ist, dass Pflanzen wachsen, gedeihen und blühen, war viel Arbeit. Denn ideale Bedingungen fanden die Gründungsmitglieder vor acht Jahren nicht vor. „Es gab wenig Mutterboden auf einer Menge Bauschutt, wir bessern den Boden nach und nach aus“, sagt Seibert und wird von einem „Richtig so, Udo?“ aus dem Gemüsebeet unterbrochen.

Gemeinschaft steht an erster Stelle
Dort arbeitet Homeyra gerade an neuen Holzbegrenzungen, zwischen den kleinen Zäunen soll fruchtbarere Erde ausgebracht werden, damit die Ernte von Möhren, Radieschen, Kartoffeln, Salat und Kohl beim nächsten Mal üppiger ausfällt. Doch darum geht es an der Diergardtstraße auch gar nicht vorrangig, sondern um das soziale Miteinander und kleine Auszeiten im Grünen – viele haben keinen eigenen Garten oder Balkon.
Bei Ute Jonetat, die ebenfalls von Beginn an dabei ist, ist es anders. „Ich habe zu Hause auch einen Garten, aber es ging mir um die Gemeinschaft“, sagt sie. Und sie ist dankbar für die Kontakte, die zwischen Himbeersträuchern und Gemüsebeet gepflegt werden. Homeyra etwa, die vor einigen Jahren aus Syrien nach Deutschland kam, hat den Garten zufällig entdeckt und kommt jetzt jede Woche vorbei. „Sie ist eine der Zuverlässigsten hier“, sagt Jonetat. „So ist eine Freundschaft entstanden.“

Garten in Frohnhausen verbindet Generationen
Drei Generationen kommen im Garten zusammen, von Kindern bis zu Senioren. „Manche Kinder haben hier zum ersten Mal eine Erdbeere selbst gepflückt, statt sie aus der Plastikschale aus dem Supermarkt zu nehmen“, sagt Jonetat. „Es schön zu sehen, dass so Wertschätzung für Lebensmittel entsteht.“ Wie Erdbeeren wachsen weiß Till Umlauf genau, der 26-jährige Biologie- und Spanisch-Student bringt sein Wissen gerne bei der Arbeit im Gemeinschaftsgarten ein. „Ich war von Anfang an begeistert vom Konzept“, sagt er. Ute Jonetat und Frank Bäumel sind schon seit der Gründung des Gemeinschaftsgartens an der Diergardtstraße in Frohnhausen dabei.

Homeyra und Till haben im vergangenen Jahr das Kartoffel-Königspaar gebildet, auf das Kartoffelfest als Höhepunkt des Gartenjahres fiebern auch jetzt schon alle hin. Ernten kann hier eigentlich jede und jeder, was sie oder er mag. Die Kartoffeln aus dem Boden zu holen, das wird aber in Gemeinschaft zelebriert, auch wenn die Ernte aufgrund des Standorts und Bodens meist nicht gerade üppig ausfällt. Das Grundstück ist städtisch, eine Pacht zahlen die Gartenfans nicht und sie sind auch nicht als Verein organisiert, hier läuft alles ohne Verpflichtungen und neue Gesichter sind jederzeit willkommen. Probleme mit Vandalismus habe es bisher kaum gegeben, berichtet die Gruppe, das Konzept habe sich erprobt.
Wer den Garten an der Diergardtstraße kennenlernen möchte, ist dort jeden Mittwoch ab 15 Uhr willkommen. Am Freitag, 10. September 2021, wird ab 16 Uhr zudem gemeinsam Kräuterbutter hergestellt.

Quelle: https://www.waz.de/staedte/essen/garten-in-frohnhausen-belebt-eine-ganze-nachbarschaft-id233059811.html

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45144 Essen
Ute Jonetat
utejot@gmx.de